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Besser so, als das Leben auf der Straße: Die Unterkunft wohnungsloser Frauen in Erfurt

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PRESSEMITTEILUNG 21.11.2018

Manche bleiben nur für eine Nacht, andere für den Rest ihres Lebens: Seit mehr als einem Jahr gibt es in der Erfurter Salinenstraße die Unterkunft wohnungsloser Frauen. 33 Betten stehen dort in Not geratenen Frauen und ihren Kindern zur Verfügung: Gerade im Winterhalbjahr sind sie gut belegt. „Gott sei Dank mussten wir noch niemanden abweisen“, sagt Sylvia Voigt, Leiterin der von der Stadtmission Erfurt betriebenen Einrichtung.

Die Frauen, die hierherkommen, haben ihre Wohnung aus verschiedensten Gründen verloren. „Häufig ist das ein ganz ähnlicher Hintergrund wie auch bei den Männern, die in unserem „Haus Zuflucht“ unterkommen“, sagt Sylvia Voigt. Sucht, Mietschulden, nicht bezahlte Stromrechnungen, die eine Kündigung der Wohnung nach sich ziehen, Privatinsolvenz – das sind die häufigsten Ursachen, die die Betroffenen in solche Auffangquartiere wie das Haus in der Salinenstraße führen. Drei Sozialarbeiterinnen und zwei Hauswirtschafterinnen kümmern sich um sie, helfen, Tagesabläufe wieder neu zu strukturieren, beraten, halten den Kontakt zu Ämtern und Behörden – gerade, wenn Kinder dabei sind. „Meist sind es aber alleinstehende Frauen, die zu uns kommen“, berichtet Sylvia Voigt. Die jüngste Bewohnerin ist 18, die aktuell älteste 70 Jahre alt.

Die Angebote in der Unterkunft sind lebenspraktisch: Die Frauen müssen sich selbst versorgen, doch es gibt Anleitung: Im Garten bauen sie Gemüse für den eigenen Bedarf an, es gibt gemeinsame Koch- und Bastelaktionen, gerade in der Adventszeit. „Da versucht natürlich jede Bewohnerin, ihr Umfeld ein bisschen individueller zu schmücken.“ Die Frauen schlafen in Mehrbett-, Doppel- oder auch Einzelzimmern, Gemeinschaftsküchen und Gemeinschaftsbäder gibt es auf jeder Etage.

„Ziel ist es, dass die Frauen zeitnah wieder in eigene Unterkünfte kommen“, sagt die Sozialbetriebswirtin. „Die Stadt Erfurt hat ein sehr gutes Hilfenetzwerk, aber niemand kann letztlich gezwungen werden, diese Hilfe auch anzunehmen.“

Zum Hilfenetz gehören auch Probewohnungen, die von der Stadt für eine gewisse Zeit als „Gewährleistungswohnen“ zur Verfügung gestellt werden. Ein Jahr lang dauert diese Testphase, in der sich herausstellen soll, ob die Frauen wieder Anschluss an die Gesellschaft finden, ihre Miete pünktlich zahlen, die mit der Schuldnerberatung getroffenen Vereinbarungen fruchten. „Manch eine schafft es aus eigener Kraft, bei anderen helfen unsere Sozialarbeiter“, sagt Frau Voigt. „Doch es gibt auch Personen, die nicht mietfähig sind.“ Sie werden wohl bis an ihr Lebensende in der Erfurter Unterkunft wohnungsloser Frauen eine Bleibe finden. Für Sylvia Voigt steht fest: „Besser so, als das Leben auf der Straße.“

Zuletzt geändert am: Jan 25 2019 um 9:41 AM

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