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Restaurant des Herzens: Das sagen unsere Gäste

Wer sind die Menschen, die im Restaurant des Herzens essen gehen? Stadtmissions-Pfarrerin Susanne Sydow hat mit ihnen gesprochen:

Doris W. und Angelika E. sitzen mir im Restaurant des Herzens an einem Mittwoch Nachmittag im Januar gegenüber und ich bin neugierig, wie bei ihnen die zwei Monate Restaurant des Herzens angekommen sind und was sie erlebt haben.

Beide haben lange Jahre Angehörige gepflegt, Angelika ihren Mann sogar 7 Jahre, jetzt sind sie allein. Beide waren in diesen Wochen das erste Mal zu Gast in den Räumen der Allerheiligenstrasse. Beide sind offene , freundliche Frauen, mit denen ich gern ins Gespräch komme. Ramona F. sitzt neben mir und hat auch einiges zu erzählen. Torsten E. Würde sich gern am Gespräch beteiligen, kommt aber erst später dran.

Die beiden Frauen mir gegenüber erzählen von den Hemmungen, die sie hatten, überhaupt die Schwelle zum Raum zu betreten, zu unklar, wer und was einen erwartet und beide waren so angenehm überrascht: von den haupt und ehrenamtlichen Mitarbeiter*Innen, vom kulturellen Angebot her, vom Essen, von der Freundlichkeit. Sowohl der Nikolaustag zum Auftakt, als auch die Weihnachtsfeier am 23.12., wie auch die Weihnachtsfeier für Kinder mit den „Bremer Stadtmusikanten“, die Musiken mit Chor, mit Trompeten, mit den beiden Sängern Gunter und Gerald auf der Bühne, die Spendenübergaben an das Haus, die Besuche der Politiker Mario Voigt, Katja Wolf, Bodo Ramelow, um nur einige zu nennen. Auch die liebevoll verpackten Weihnachtsgeschenke gehören zum Glück und zum Wohlbefinden dazu.

Die Menschen fühlten sich angenommen und sicher und das ist auch der Bereichsleiterin Jana Keil zu danken, die mit Korrektheit und Umsicht die Abläufe des Tages bestimmt.

Dann kommt auch noch Torsten E. zu Wort, der nach eigener Aussage, weniger wegen der leiblichen Versorgung kommt, sondern mehr, weil man sich kennt und weil man Menschen trifft. Er sagt, dass nicht alle Gäste einem gleichermaßen angenehm sind , es gibt Gäste, da hält man Abstand, manches Verhalten ist auch schwierig, es überwiegen jedoch die Möglichkeiten des Gesprächs und einer so notwendigen sozialen Begegnung im Alltag, man kann über die eigenen Sorgen mit jemandem sprechen.

Ich stelle fest, dass wir unabhängig von Armut und Reichtum immer Menschen treffen, die sich in ihrem Leben mühen müssen.

Alle, die ich gesprochen habe, wollen zum nächsten Nikolaustag wiederkommen und bis dahin gibt es ja noch das Café des Herzens.